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Leeres Klassenzimmer
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Pink Sugar

Aus der Redaktion...

... ist ein Blick hinter die Kulissen, ein Eindruck aus dem Lehrerzimmer und ein Sammelsurium aus Dingen, die uns in unserem Lehrer/innen - Sein beschäftigen.

Rückblick aus der Redaktion

28. Juli 2026

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​​Was für ein Jahr.

 

Die letzten Tage sind immer geprägt von Abenteuer, Auf Wiedersehens und dem üblichen prickelnden Chaos, das in der Luft liegt. Und offenbar hat diese Atmosphäre sich in der Nachbarschaft rumgesprochen, denn am Ausflugstag hatten wir morgens Besuch von der Nachbarskatze, die sich die letzten Streicheleinheiten und den letzten Brocken fallengelassenes Vesperbrot für 6 Wochen abholte.Es gibt diese Zeit zwischen den Jahren, in der man nicht so genau weiß, welcher Wochentag ist oder welche Schulstunde und schon gar nicht in welchen Raum man muss oder vielleicht auf einen Ausflug oder den Sportplatz. Ende Dezember entstanden durch die Einführung des gregorianischen Kalenders die Raunächte. Tage, die irgendwie übrig scheinen und das macht sie zu einer magische Zwischenzeit: Alt ist noch nicht ganz weg, Neu noch nicht ganz da. Genau so fühlt sich Schule an, wenn das Schuljahr zu Ende geht.

 

Angefangen hat es mit dem ersten Mal die Türklinke der Eingangstür runter drücken. 62.500 Mal haben wir als Kollegium das diesem Schuljahr gemacht, Stunde für Stunde. Das ergibt eine mechanische Arbeit von fast 19.000 Joule und somit einen Kalorienverbrauch von 18 kcal. Vielleicht rechnen wir mal in Newton. Wenn man pro Klinkendruck 15 NT rechnet, wären das eine Arbeitsleistung von 96 Tonnen. Für die wir dann 9 Gummibärchen essen dürften.Die früheste Türöffnung dieses Schuljahr war um 5.28 Uhr morgens, die späteste Türschließung war um 1.47 Uhr nachts. Und wenn man dann nach Hause fährt, begegnet man unter der Woche bis zum Ortschild Wendlingen null Autos.

Wir haben im Schuljahr 25/26 etwa 128 Nerven verloren. 113 davon haben wir wiedergefunden.

Wir haben vier Mal eine Palette Papier bestellt mit 80g/qm. Pro Palette sind das 100.000 Blatt. 2 Tonnen schwer, so viel wie ein VW Golf und etwa so hoch wie das Riesenrad auf dem Stuttgarter Wasen.Unser FSJler Simon hat 17,9 Papiertonnen Konfetti hergestellt, indem er stundenlang alte Akten geschreddert hat. Damit hätte man an Fasching etwa 6,7 Stunden lang einen schuleigenen Umzug mit allen verkleideten Kindern unternehmen können.

Wir haben in 23 Klassen insgesamt 702 Klassenarbeiten geschrieben. Wenn wir von einem Schnitt von 25 Schüler*innen pro Klasse ausgehen, sind das 17.550 einzelne Klassenarbeiten. Das entspricht pro Lehrer*in 351.000 Minuten Korrekturzeit, wenn man mal von 15 Minuten pro Arbeit rechnet, was auf Basis einer gut leserlichen Schrift und einer Arbeit mit kaum Freitext und viel Kaffee immer noch recht sportlich ist.Ganz im Sinne des europäischen Gedankens sind zwei unserer Lehrerinnen und drei Schülerinnen im Zuge des Erasmus-Projekts zweimal von Europa nach Asien gereist und wieder zurück. Dabei sind Lieder aus 4 Nationen gesungen und 73 selbstgemachte Sarma gegessen worden.Von 107 angemeldeten Prüflingen, haben 107 die Prüfung bestanden. Dabei sind im letzten Schuljahr etwa 2,7 Liter Tränen geflossen und 113 Liter Schweiß produziert, vielleicht auch mehr, wenn man die Durchnittstemperaturen von Juni und Juli, nämlich 24 Grad zugrunde legt. Damit hätte man 128 Topfpflanzen einmal gießen können.Soweit ein ganz kurzer Überblick über das vergangene Schuljahr. Nehmen wir übrigens alle „nur ganz Kurz“s zwsichen Tür und Angel in den 5-Minuten Pausen zusammen, die in so einem Schuljahr anfallen. Und geht man von einer Minute aus und das 12 Mal pro Woche, sind das 480 Min pro Person/Jahr. Anders gesagt: Als Kollegium haben wir in diesem Schuljahr fast 89 Schultage lang ganz kurz gekonnt.

 

Unsere Homepage überlassen wir nun für sechs Wochen der “Sauren-Gurken-Zeit".

Erholt euch, seid zufrieden mit dem Erreichten, fasst gute Vorsätze für das nächste Jahr, aber kommt auf jeden Fall gesund wieder.

Eure K. Tsecolumna

Rückblick aus der Redaktion

1. August 2025

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​​Was für ein Jahr.

…das damit endet – wie eigentlich immer – dass zwei große Container mit zusammen etwa 56 Kubikmetern auf dem Pausenhof stehen, wo wir den ganzen Ballast, der uns dieses Jahr begleitet hat, entsorgen. Manchmal landet da auch so die ein oder andere Sache drin, die wie schon über Jahre in der hintersten Ecke vergraben haben und jetzt ganz verstaubt und mit viel Energie hineinpfeffern.

 

Aber wie jedes Schuljahr begann auch dieses mit einem KOMMEN.

Wir begrüßten 75 neue 5.- Klässler*innen, die mit im Schnitt 10,7 Jahren zum ersten Mal bei unserer Juniorwahl mitwählen durften. Dabei stimmten am Tag der Bundestagswahl 424 Schüler*innen ab, was eine Wahlbeteiligung von 94% ausmacht. Obwohl der Bundesdurchschnitt bei einem Rekord-Hoch von 82,5% lag, sind wir damit noch 11,5% drüber. Und würden wir diese 424 Schüler*innen in eine Reihe stellen, am besten vertikal, käme der letzte fast bis an die Spitze des Berliner Fernsehturms.

Unsere 9. Klassen retten 19 Mal die Demokratie im SOS-Mobil, was im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – sagen wir mal – auch eine gute Leistung ist.

 

Unsere Schule hat seit diesem Jahr sechs Patenkinder aus unserer Partnerschule in Banjuluding in Gambia, die wir pro Kopf mit 16.626 gambischen Dalassi unterstützen. Beim Versuch deren Namen auszusprechen, würden wir mindestens sieben Mal über unsere eigene Zunge stolpern.

Mit dem Umsatz von 705.600 gambischen Dalassi auf dem Weihnachtmarkt finanzierte unsere Schule den mit Frischwasser bewässerten Garten in Banjulunding.

Und würden wir alle unsere gefahren Kilometer beim Stadtradeln, nämlich 8715, zusammennehmen, wären wir 16 mal von Wendlingen nach Paris gekommen– und auf dem Rückweg fast bis Straßburg zurück. Tatsächlich waren unsere Französisch- Schüler*innen in beiden Städten je nur einmal, dafür kamen sie aber mit einem etwa 46% höheren Französisch-Wortschatz wieder.

 

Bei den Bundesjugendspielen sprangen all unsere Schüler*innen zusammen 2017,72m Meter im Weitsprung. Würde man nach dem 1. Keplerschen Gesetz daraus ein Modell machen, nach dem die Umlaufbahn der Erde 2017,72 Meter ist, hätte die Erde einen Durchmesser von 2,74cm, die Sonne wäre 2,99m groß.

 

Das Fach BK verbrauchte ca. 247,8 Kilo Papier und Plakate und die Theater AG begeisterte in vier Aufführungen mindestens 178 Besucher*innen, wobei Ronja und Birk – zählt man auch die Proben dazu - etwa 328 Mal über den Höllenschlund sprangen. Das einzige Knie, das bei all dem kaputt ging, war das von Frau Herbst, als sie die Requisiten dafür bastelte.

 

Wir wurden eine der ersten 50 Europaschulen in Baden-Württemberg. Die 12 Sterne auf der EU Flagge könnten auch für die 12 Monate stehen, die wir als Kollegium voller Hochs und Tiefs in unseren zusammen 10300 Knochen haben.

Wir verabschieden zwei jahrelange Kolleginnen in den Ruhestand, einen Kollegen und eine Kollegin in ein anderes schulisches und außerschulisches Leben und sagen Tschüss zu einer Referendarin.

 

Übrigens: Die 1.440 Lehrerstellen, die das Land Baden-Württemberg aus Versehen jahrzehntelang nicht besetzt hat, hätten über 20 Jahre verteilt etwa 47,5 Millionen Stunden Arbeit bedeutet.

Rein rechnerisch hat damit jede/r Einzelne von uns – wenn man von insgesamt 95.000 Lehrer*innen in Baden-Württemberg ausgeht – ungefähr eine Woche mehr gearbeitet um das zu kompensieren.

 

Hätten wir für jede dieser kompensierten Stunden nur einen aktuellen Stundensatz von 50 Euro bekommen, wären wir bei 2050€ pro Person. Als Kollegium haben wir dem Land Baden-Württemberg somit 102.500€ gespart- also mindestens eine neue Kaffeemaschine für jedes Kollegium in Baden-Württemberg und ein paar Jahre gratis-Kaffee wären damit theoretisch finanziert.

 

Unsere Homepage überlassen wir nun für sechs Wochen der “Sauren-Gurken-Zeit". Erholt euch, seid zufrieden mit dem Erreichten, fasst gute Vorsätze für das nächste Jahr, aber kommt auf jeden Fall gesund wieder.

 

 

Eure

K. Tsecolumna

Rückblick aus der Redaktion

25. Juli 2024

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​​Was für ein Jahr.

Gerade gestern, so scheint es, begrüßten unsere Sechstklässler*innen, die in ein paar Wochen Siebtklässler*innen sind, 91 neue JKRler.

 

Und während an anderen Schulen der übliche Zirkus zum Schuljahresbeginn erst Fahrt aufnahm, machten wir Nägel mit Köpfen und holten uns zu unserem gleich ein Zelt und eine ganze Crew dazu.

 

Wir schickten unsere SMV in schülermitverantwortliche Klausur und insgesamt 5 Klassen in Schullandheime, die im Schnitt 182 km entfernt von unserer Schule lagen.

 

Wir machten insgesamt in allen Klassen 49 Ausflüge plus einen JKR–Wintersporttag, wobei 0 Schüler*innen verloren gingen und insgesamt etwa 7 Stunden dem Bahnstreik zum Opfer fielen.

 

Zu Weihnachten ging ein Großteil unseres Erlöses beim Verkaufsstand auf dem Wendlinger Weihnachtsmarkt nach Gambia. In einer Schule in dem Ort Banjuluding wird davon nun ein Grundwasserbrunnen gegraben, eine Pumpe installiert und ein Garten ermöglicht. Zugegeben, diese Statistik wirkt erst mal wenig spektakulär, ABER mit 1 Brunnen und1 Pumpe, der 1 Garten bewässert, haben wir geholfen ein Dorf mit über 10.000 Einwohnern mit sauberem Trinkwasser und selbstangebauten Lebensmitteln zu versorgen.

 

Und würden wir alle unsere gefahren Kilometer beim Stadtradeln, nämlich 11.452, zusammennehmen, wären wir einmal bis nach Banjuluding gekommen und wieder zurück.

Wir steckten 179,5 Stunden in unser Rückenwind-Programm und 216 Stunden in die Study-Corner.

 

Das Fach AES verbrauchte 78 Kilo Mehl und die Garten AG pflanzte 43 Stauden, Kräuter und Gemüse. 23 davon wurden fälschlicherweise von diversen Gartenbewohnern für Schneckenfutter gehalten.

 

Unser Kollegium bekam 4 Kinder wobei auch für den nächstjährigen Nachwuchs schon zweimal vorgesorgt wurde.

 

Durch die Mühlen unserer Kaffeemaschine liefen 54 Kilo Kaffee, die mit 216 Litern Milch getrunken wurden. Wir haben 7 Mathelererinnen und 7 Mathelehrer, die sich jetzt Gedanken darüber machen, wie man eine Textaufgabe verfassen könnte, die das Verhältnis von Kaffee-schwarz zu Milchkaffee berechnet.

 

Wir schafften 80 neue Tabletts an, deren Einrichtung und Administration unseren Konrektor und das IT-Team etwa 9,6 Monate Lebenszeit kostete.

 

Durch unsere Wasserspender flossen 112.000  Liter Sprudelwasser.

 

Wir verabschieden zwei jahrelange Kolleginnen in den Ruhestand, sagen Tschüss zu einer Referendarin und schickten 142 Abschlussschüler*innen in die Welt hinaus.

 

Unsere Homepage überlassen wir nun für sechs Wochen der “Sauren-Gurken-Zeit". Erholt euch, seid zufrieden mit dem Erreichten, fasst gute Vorsätze für das nächste Jahr, aber kommt auf jeden Fall gesund wieder.

 

Eure

K. Tsecolumna

Ein Vorwort zur Demokratieerziehung aus der Redaktion

19. Nov. 2024

Er liegt seit 2019 in allen Lehrerzimmern in Baden-Württemberg, mal mehr mal weniger eingestaubt – der “Leitfaden zur Demokratieerziehung”.

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Auf dem Titelbild Schülerinnen und Schüler der Johannes-Kepler-Realschule zusammen mit Muhterem Aras. Sie ist die erste Frau im Amt der Landtagspräsidentin und die erste mit Migrationshintergrund.

 

Die Begriffe “Partizipation” und “Demokratie” sind für sie mehr als Worte, die auf einem Cover gut aussehen. Ihr Werdegang zeigt uns, dass man diese Begriffe mit proaktivem Tun füllen kann und muss, damit daraus ein erfolgreiches Lebenskonzept wird, für einen selbst und vielleicht sogar für die Gesellschaft, in der man lebt.“Wir gehören zu den demokratischsten Ländern der Erde”.In ihrem Zitat vom 12.10.24 beim Forum für gesellschaftlichen Zusammenhalt steckt so etwas wie ein Raster für die 69 Seiten des Leitfadens. Wenn man genau hinschaut, steckt in diesem Satz sehr viel europäische, aber auch Weltgeschichte.Denn während die “Wiegen der Demokratie” auf der Weltbühne in ihrem Tun hinterfragt und von kritisch bis ängstlich beobachtet werden und die Stimme des Volkes wie eine zerkratzte LP in Dauerschleife klingt, müssen wir uns fragen: Was ist denn eigentlich Demokratie und vor allem Demokratieerziehung.Machen wir es wie unsere Landtagspräsidenten Muhterem Aras, nämlich ein Adjektiv daraus, wird Demokratie aus seinem unverrückbaren absoluten Zustand gelöst und steigerbar. Es entstehen Graduierungen – demokratisch-demokratischer-am demokratischsten. Was heißt das für uns, die wir in einer Demokratie leben und Demokratiebildung in Unterricht und Schulalltag implementieren?Demokratie ist nichts Absolutes, nichts fest Installiertes, Demokratie fordert von den Menschen, die sie leben proaktives Handeln und demokratische Arbeit – je mehr davon, desto demokratischer ist ein Land.

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Foto: „Leitfaden Demokratiebildung“. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.)

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