„Begegnungen, die Brücken bauen“ Die JKR startet internationales Inklusionsprojekt im Rahmen von Erasmus +
- Alexandra Katsnelson
- 19. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

„Brezel snack and coffee“ – der erste Punkt auf unserer „TimeTable“ für die nächsten drei Tage und so herrlich aufgeladen mit allem, was unser Projekt sein soll: international und regional, „nahrhaft“ und wach machend, und in diesem Fall – wenn man die Anekdote rund um die Entstehung der Brezel bemühen darf – ein Blick durch vier Fenster. An manchen Tagen spürt man schon beim Betreten des Schulhauses, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. An diesem Montag war es eine Mischung aus Vorfreude, Neugier und den vielen Sprachen, die ungewohnt melodisch durch unsere Flure wehten. Delegationen aus Spanien, Rumänien und der Türkei waren zu Gast – der Auftakt für unser neues Erasmus-Projekt SASA – Social Adaptation, Social Acceptance.
Wir als Johannes-Kepler-Realschule dürfen dieses Projekt koordinieren. Und ehrlich gesagt: Ein wenig stolz macht uns das schon. Denn im Mittelpunkt steht etwas, das uns besonders am Herzen liegt – die Frage, wie wir benachteiligte Schülerinnen und Schüler mit digitalen Mitteln noch besser unterstützen können. Wie wir ihnen Türen öffnen, damit Bildung nicht nur erreichbar, sondern wirklich erfahrbar wird.
Ein Auftakt, der verbindet
Das erste Projekttreffen fühlte sich ein wenig an wie ein großer runder Tisch, an dem Menschen aus vier Ländern Platz nehmen – und plötzlich merkt man: Wir sprechen verschiedene Sprachen, aber wir meinen dasselbe. Es geht um Kinder, um Zukunft, um Chancen.
Unsere Gäste wurden musikalisch empfangen: Die Klasse 7d brachte mit ihrem mehrsprachigen Lied kleine Glanzmomente in den Raum, Felix, ebenfalls 7.Klässler ließ die Tasten des Klaviers leuchten.
Anschließend stellte unser Konrektor Stefan Schullehner vor, wie wir an der JKR Inklusion leben: nicht als Schlagwort, sondern als tägliche Haltung. Jede Schülerin und jeder Schüler soll gesehen und gehört werden – egal, welche Startbedingungen das Leben mitgegeben hat.
Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen
In Workshops und Gesprächen wurde schnell klar, wie wertvoll der Austausch ist.Unsere Partner erzählten, wie sie in ihren Ländern mit digitalen Medien arbeiten, welche Hürden ihnen begegnen und welche kleinen Wunder im Unterricht passieren, wenn ein Kind plötzlich versteht: Ich kann das!
Oft waren es leise Sätze, die den Raum füllten – ein Lehrer aus Spanien, der sagte, dass Schule manchmal die einzige stabile Brücke im Leben eines Kindes sei. Eine Kollegin aus Rumänien, die betonte, wie wichtig es sei, nicht nur Methoden, sondern auch Mut weiterzugeben. Und aus der Türkei hörten wir, wie die Digitalisierung vielen Schulen erstmals ermöglicht, Förderung wirklich individuell zu gestalten.
Wir selbst konnten zeigen, worauf wir bauen: klare Strukturen, herzliche Beziehungen und die Bereitschaft, unsere Schule immer wieder neu zu denken.
18 Monate für echte Veränderung
Das Projekt läuft über eineinhalb Jahre und wird mit 60.000 Euro Erasmus-Fördermitteln unterstützt. Genug Zeit, um gemeinsam neue Materialien zu entwickeln, digitale Unterstützungssysteme zu testen und voneinander zu lernen. Unsere Schülerinnen und Schüler werden davon profitieren – und wir als Kollegium auch.
Denn solche Begegnungen sind wie offene Fenster: Man sieht plötzlich weiter, atmet anders und erkennt Möglichkeiten, die vorher verborgen waren.
Ein Blick nach vorn
Unsere Gäste reisen nun weiter – zurück nach Bukarest, Algemesi und Basiskele. Doch die Spuren, die sie hinterlassen, bleiben. Genauso wie die Vorfreude auf die nächsten Treffen in ihren Ländern.
Für uns als JKR war dieser Auftakt mehr drei Tage Projektarbeit. Er war ein Moment des Innehaltens, der zeigt: Inklusion beginnt dort, wo Menschen sich begegnen – offen, neugierig und bereit, gemeinsam Wege zu finden. Und genau das wollen wir in den kommenden Monaten tun.




Kommentare