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 Diese Lücke ist für mich wie ein Lotus, weil sie aus etwas Schwerem entsteht und trotzdem etwas Schönes zeigt. Wenn die Lücke sprechen könnte, würde sie leise sagen, dass sie mehr ist als nur ein leerer Raum, sie ist voll von dem, was ich erlebt habe. Ich lasse hier einen Teil von mir zurück, damit man sehen kann, dass auch aus Dunkelheit etwas wachsen kann. Ich lasse hier meine Gedanken, meine Erinnerungen und vor allem meinen Mut. In haben wehgetan und mich lange begleitet. Dazu kam das Mobbing, dieses Gefühl, nicht gut genug zu sein, falsch zu sein oder einfach nicht dazuzugehören. Aber genau aus diesem Gefühl heraus ist etwas in mir gewachsen. Vielleicht nicht sofort sichtbar, aber es war da. Wie ein Lotus im Schlamm. Ich habe gelernt, weiterzugehen, auch wenn ich Angst hatte. Ich habe gelernt, mir selbst zu glauben, auch wenn andere es nicht getan haben. Und auf diesem Weg habe ich etwas sehr meinen Realschulabschluss schaffen und nicht einfach nur irgendwie, sondern gut. Und danach gehe ich auf ein Gymnasium. Allein das zu sagen, fühlt sich manchmal noch unwirklich an. Wenn ich gehe, bleibt vielleicht diese leise Spur von mir zurück, eine Stimme, die sagt: ,Gib nicht auf.“ Vielleicht bleibt auch die Erinnerung daran, dass jemand hier war, der es schwer hatte und trotzdem nicht stehen geblieben ist. Mein Objekt zeigt nicht nur, was gefehlt hat, sondern auch, entscheiden, was ich kann. Manchmal braucht es nur eine Person, die an einen glaubt — und irgendwann wurde ich diese Person für mich selbst. Diese Lucke soll bleiben, auch wenn ich gehe. Sie soll nicht nur an das erinnern, was war, sondern auch zeigen, was möglich ist. Ich nehme meine Starke mit, aber ich lasse hier den Beweis, dass ich es geschafft habe. Vielleicht merkt man dann, dass selbst aus den schwersten Zeiten etwas wachsen kann ,so wie ein Lotus, der trotz allem blüht.

LIZA

Die Wahrnehmung der Stelle. Wenn ich an meine Zeit an dieser Schule denke, sehe ich vor allem Wege vor mir. In den vergangenen fünf Jahren habe ich unzählige Stunden damit verbracht, von einem Gebäude ins nächste zu wechseln. Einer dieser Wege ist mir besonders vertraut: Er führt vom Hauptgebäude, vorbei an den schweren Türen des Musiksaals, direkt hinüber in den Fachbau. Es ist eine Strecke, die man oft in Gedanken oder unter Zeitdruck zurücklegt, während die Umgebung an einem vorbeizieht. Dabei gibt es einen ganz bestimmten Punkt, der für mich zu einem stillen Orientierungspunkt geworden ist: eine markante, hervorstehende Wandecke kurz vor dem Ausgang. Obwohl ich diese Wand in all den Jahren nie berührt oder gestreift habe, ist sie für mich ein wichtiger optischer Anker. Sie markiert den Übergang zwischen zwei Welten auf der einen Seite die vertrauten Klänge und die kreative Unruhe, die oft aus dem Musiksaal dringen, und auf der anderen Seite der funktionale, ruhigere Weg in den Fachbau. Mir ist aufgefallen, dass diese Ecke eine merkwürdige Lücke in meiner Wahrnehmung füllte. Sie war immer da, ein fester Bestandteil meiner täglichen Route, und doch blieb sie völlig bedeutungslos, fast unsichtbar. In der Hektik der Pausen wird sie von den Schülerströmen einfach umflossen. Diese funktionale Leere hat mich fasziniert. Warum bemerken wir die Dinge, die uns täglich begleiten, erst dann, wenn wir sie bewusst isolieren? Ich wollte diese unauffällige Stelle aus ihrer Anonymität herausholen und ihr durch mein Objekt eine eigene Identität geben. Es sollte ein Denkmal für einen Ort werden, den man tausendfach ansieht, ohne ihn jemals wirklich zu betrachten.

JANA

Reflexionstext „Lücke im Schulhaus“ Für mein Objekt habe ich eine kleine Ecke an einer Sitzbank im Schulhaus ausgewählt. Die Stelle befindet sich seitlich neben der Bank und ist auf den ersten Blick eher unscheinbar. Viele Menschen laufen täglich daran vorbei, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Gerade das hat mich angesprochen. Während der Schulzeit sind es oft nicht die auffälligen oder besonderen Orte, die in Erinnerung bleiben, sondern kleine Bereiche, die mit der Zeit selbstverständlich werden und dadurch unbewusst Teil des eigenen Alltags sind. Die Sitzbank ist für mich mit vielen alltäglichen Situationen verbunden. Dort wurde in Pausen gesessen, vor Unterricht gewartet oder zwischen zwei Stunden kurz innegehalten. Es ist kein besonderer Ort, sondern eher einer dieser stillen Bereiche, die man erst dann bewusst wahrnimmt, wenn man beginnt, sich von ihnen zu verabschieden. Gerade deshalb habe ich diese Ecke gewählt. Sie steht für all die kleinen Momente, die im Rückblick oft bedeutender sind als einzelne große Ereignisse. Meine erste Idee war zunächst, das Betonstück bunter und mit mehreren Elementen zu gestalten. Nach meinen ersten Skizzen wurde mir jedoch schnell klar, dass eine detailreiche Gestaltung zwar optisch interessant wirken würde, aber nicht das ausdrückt, was ich mit meinem Objekt zeigen möchte. Mein erster Impuls war, möglichst viele Gedanken und Ideen sichtbar zu machen. Je länger ich mich jedoch mit dem Projekt beschäftigt habe, desto deutlicher wurde mir, dass Veränderung und persönliche Entwicklung für mich nichts Lautes oder Auffälliges sind. Wachstum passiert oft still und unbemerkt. Es zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern in kleinen inneren Veränderungen, die man selbst häufig erst viel später erkennt. Deshalb habe ich mich bewusst für eine reduzierte und klare Gestaltung entschieden, die ruhiger wirkt und mehr Raum für eigene Gedanken lässt. Auf dem Beton verläuft eine feine Linie, die unten unruhig, leicht gebrochen und ohne klar erkennbare Richtung beginnt. Sie verläuft nicht gerade, sondern verändert ihren Weg immer wieder, bis sie sich im oberen Bereich zu einer Blüte entwickelt. Die Gestaltung mit der Linie und der Blüte ist das zentrale Element meines Objekts. Die Linie soll einen Prozess darstellen, der nicht planbar oder kontrollierbar ist. Genau so empfinde ich persönliche Entwicklung während der Schulzeit. Rückblickend wirkt vieles oft logisch oder selbstverständlich, obwohl es sich in dem Moment selbst nicht so angefühlt hat. Es gab Zeiten, in denen vieles klar und strukturiert war, aber auch Phasen von Druck, Unsicherheit oder innerer Orientierungslosigkeit. Die unregelmäßige Linie steht deshalb für Entscheidungen, Veränderungen und innere Prozesse, die nicht immer sichtbar sind. Dass sich die Linie am Ende zu einer Blüte entwickelt, symbolisiert für mich nicht Perfektion oder ein fertiges Ziel. Vielmehr steht die Blüte für das Sichtbarwerden von Entwicklung. Man verändert sich langsam, oft ohne es direkt zu bemerken. Erst mit Abstand erkennt man, wie sehr bestimmte Erfahrungen einen geprägt haben. Als Material habe ich Beton verwendet. Beton wirkt stabil, schwer und beständig. Für mich passt dieses Material gut zum Thema Schule, da Schule trotz aller Herausforderungen eine Grundlage schafft, auf der später aufgebaut wird. Gleichzeitig bildet die feine Zeichnung einen Kontrast zu der rauen und festen Oberfläche. Diese Gegenüberstellung war bewusst gewählt. Mein Objekt steht für einen Moment des Übergangs. Die Schulzeit war über viele Jahre ein fester und selbstverständlicher Teil meines Lebens. Vieles daran wirkte alltäglich und manchmal selbstverständlich. Erst jetzt, kurz vor dem Abschluss, wird mir bewusst, wie prägend diese Zeit eigentlich war. Mit dem Ende der Schulzeit verschwindet nicht nur ein Abschnitt, sondern auch ein vertrauter Rahmen. Gleichzeitig entsteht Raum für etwas Neues, das noch nicht vollständig greifbar ist. Genau dieses Gefühl zwischen Vertrautem und Ungewissem wollte ich mit meinem Objekt festhalten. Während das Objekt an seinem Platz bleibt, gehe ich weiter und lasse damit eine kleine, persönliche Spur im Schulhaus zurück. 

HELENA

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